Internet-Draft AFU-TDMA-NET Januar 2026 Kategorie: Experimentell AFU-TDMA-NET: Selbstorganisierendes TDMA-Funknetz mit Inband-Synchronisation für den Amateurfunk Draft-Version 0.1 (Experimentell) Status dieses Memo Dieses Dokument ist ein experimenteller Entwurf für ein digitales Funkzugriffsverfahren im Amateurfunkdienst. Es stellt keinen Standard dar. Verteilung, Nutzung und Weiterentwicklung sind ausdrücklich erlaubt, sofern der ursprüngliche Autor genannt wird. Lizenz © 2026 Thomas Gnrelich. Dieses Dokument wird unter der Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 Lizenz (CC BY-SA 4.0) veröffentlicht. Weiterentwicklungen müssen dieselbe Lizenz verwenden. Abstract AFU-TDMA-NET beschreibt ein selbstorganisierendes TDMA-basiertes Funknetz, das ohne externe Zeitquellen arbeitet. Synchronisation, Slot-Management und Netzsteuerung erfolgen vollständig Inband über Pilottöne und Kontrollfelder. Das System unterstützt Master-Failover, dynamische Guardzeiten und Re-Synchronisation einzelner Teilnehmer. 1. Einleitung Ziel dieses Entwurfs ist die Definition eines robusten, mehrteilnehmerfähigen Funkzugriffsverfahrens für den Amateurfunk. Das System soll Sprach- und Datenübertragung ermöglichen und sich vollständig selbst organisieren. 2. Terminologie MASTER: Station, die den globalen Piloton sendet. CLIENT: Teilnehmerstation mit eigenem Slot. SLOT: Zeitabschnitt für eine einzelne Station. FRAME: Gesamter Zeitrahmen, bestehend aus Pilot, Slots und Guards. GUARD: Zeitpuffer zur Kompensation von Timingabweichungen. FEC: Vorwärtsfehlerkorrektur. 3. Systemübersicht Das Netz besteht aus periodischen Frames. Jeder Frame enthält: - MASTER-PILOT - CONTROL-FIELD - N CLIENT-SLOTS - GUARD-INTERVALLE Neue Stationen erkennen den MASTER-PILOT, synchronisieren sich und belegen einen freien Slot. 4. Master-Betrieb 4.1 Master-Pilot Der MASTER sendet zu Beginn jedes Frames einen Piloton mit: - Rahmen-ID - Guardzeit-Parameter - Slot-Belegungsstatus - Rufzeichen des Masters 4.2 Master-Failover Wird der MASTER-PILOT für TFAIL Frames nicht empfangen: - Alle Stationen stoppen ihre Aussendungen. - MASTER-ELECTION beginnt. - Die Station mit der höchsten Priorität sendet einen neuen Pilot. 5. Slot-Management 5.1 Slot-Belegung CLIENTs melden sich im CONTROL-FIELD an. Der MASTER weist einen freien Slot zu. 5.2 Slot-Freigabe Ein Slot wird freigegeben, wenn: - keine Nutzdaten und kein Heartbeat empfangen werden - der CLIENT nicht mehr synchron ist 6. Guard-Zeit-Management 6.1 Messung CLIENTs und MASTER messen: - Ankunftsversatz - Guard-Nutzung - Guard-Verletzungen 6.2 Statusübertragung Der MASTER sendet periodisch: - GUARD_USAGE(SlotID) - VIOLATION_FLAG(SlotID) 6.3 Dynamische Anpassung Bei hoher Guard-Nutzung: - Guardzeit wird erhöht Bei stabiler Synchronität: - Guardzeit kann reduziert werden 7. Re-Synchronisation 7.1 Auslöser Der MASTER sendet RESYNC_REQUEST(SlotID), wenn: - wiederholte Guard-Verletzungen auftreten - Timingdrift erkannt wird 7.2 Ablauf CLIENT stoppt Aussendung, synchronisiert neu und sendet RESYNC_DONE. 8. Fehlerkorrektur FEC ist obligatorisch. Empfohlen werden: - Blockcodes (z. B. Reed-Solomon) - Konvolutionale Codes - LDPC für experimentelle Implementierungen 9. Nutzlast Typische Netto-Datenrate: 1–2 kB/s pro Träger, abhängig von: - FEC-Stärke - Guardzeit - Slotanzahl - Modulation 10. Amateurfunk-Konformität - Rufzeichen müssen regelmäßig übertragen werden. - Keine Verschlüsselung von Nutzdaten. - System dient ausschließlich zu Experimentierzwecken. 11. Offener Status Dieses Dokument ist ein Entwurf. Änderungen, Erweiterungen und Implementierungen sind ausdrücklich erwünscht. Ende des Dokuments